Lübeck

Immer haben wir gesagt, wir treffen uns in Hamburg. Tja, von Hamburg haben wir beide nicht viel gesehen – dafür aber von Lübeck.

Der Reihe nach

Bevor die Reise losging, haben Christina und ich abgemacht, dass wir uns nach meiner Zeit in Norwegen und ihrem Arbeitsende in Hamburg treffen. Ja eigentlich war es nicht Hamburg, sondern Lübeck – den dort hat ein Familienmitglied eine Ferienwohnung. Von Hamburg aus (jetzt wirklich Hamburg) wird auch unser Trotti BrumBrum nach Kanada verschifft, doch dazu in einem anderen Beitrag dann mehr.

Wir wussten also wann das Fahrzeug verschifft wird und wir wussten wann Christina nach Hamburg Lübeck fahren wird. Wann wir uns genau treffen und wie wir das machen wurde spontan entschieden, genauer, ein Tag vor Christinas Ankunft. Wir durften die Wohnung gemeinsam als unser Basecamp für den Start der gemeinsamen Reise verwenden und für die Vorbereitung der Verschiffung.

Sonntag

Christina geniesst ihren ersten richtigen Reisetag – noch alleine. Ich fahre von Flensburg runter nach Lübeck wo wir uns nach etwas mehr als zwei Monaten wiedersehen. Es ist heiss – über 31° Celsius.

Montag

Immer noch sommerliche 31 ° Celsius. Während Christina Lübeck erkundet bereite ich Trotti BrumBrum für die Reise vor. Ich mache dies alleine nicht weil Christina nicht helfen möchte, sondern weil ich meinen Dreck von zwei Monaten Camperleben selber aufräumen möchte. Für mich heisst es also mehrere Stunden Wäsche waschen im Waschsalon, den ganzen Van ausräumen, staubsaugen, Unterbodenreinigung (keine Erde und Sand darf nach Kanada exportiert werden), gründliche Innenreinigung, Öl nachfüllen, Scheibenwischerwasser nachfüllen, Gas leeren, ein paar Ersatzteile einkaufen, WLan Repeater den ich bei Amazon bestellt habe im Paketshop abholen – und dass alles pflotschnass geschwitzt. Am Abend weiss ich was ich getan habe. Gemeinsam fahren wir dann noch nach Travemünde (wir müssen es noch ausnützen ein Fahrzeug zu haben und ich habe noch zu viel Diesel im Tank).

Dienstag

Jetzt heisst es für mich alle Dinge die im Camper nach Kanada fahren ordentlich verstauen und den Camper blickleer machen, d.h. man darf keine Ausrüstung oder Gegenstände im Fahrzeuginnern sehen. Nach rund 2 Stunden ist dies dann geschafft – so sauber war der Camper noch nie. Während Christina am Nachmittag das Europäische Hansemuseum besucht fahre ich nach Hamburg und bringe Trotti-BrumBrum in den Hafen.

Mittwoch

Wir schlafen aus – wer weiss, wann wir in den nächsten drei Wochen wieder diese Gelegenheit haben. Wir witzeln noch, andere fahren drei Wochen in den Urlaub, wir tingeln drei Wochen durch Kanada nur um zu warten bis unser Fahrzeug da ist. * Am späteren Nachmittag gehen wir gemeinsam nach Lübeck, ich will ja auch noch was davon sehen. Eigentlich wollten wir zuerst nach Hamburg – aber je weiter die Stunden vortschritten, desto geringer wurde unsere Lust dazu – und die Zugtickets kosten fast 60 Euro.

Ich muss sagen, Lübeck ist eine wirklich tolle Stadt und ein Besuch ist definitv lohnenswert.

Foto des Rathausplatzes in Lübeck in der Abendsonne
Rathausplatz in Lübeck

Wir schlenderten durch die Stadt, assen Glace und „Pommes Spezial“ und verbrachten noch einmal ein paar schöne Stunden in der Sonne (bevor wir ins kalte Island fliegen).

Foto einer Teufelskulptur
Teufelspack

Der Teufel hat noch mächtigen Einfluss rund um die St. Marienkirche in Lübeck.

Foto des Hafens von Lübeck in der untergehenden Sonne
Wasserfront von Lübeck

Mit der untergehenden Sonne hiess es für uns zurück und Rucksäcke packen, damit für den Donnerstag alles vorbereitet ist. Ich habe gegenüber Christina immer geprahlt, das ich in meinem Rucksack so viel Platz habe – Pustekuchen, ich habe meine Dinge fast nicht reinbekommen – überhaupt, ach so verpeilt habe ich mich noch nie auf einen Flug vorbereitet. Janu, alles geht halt nicht immer gut.

Donnerstag

Der Tag der Abreise. Komisches Gefühl irgendwie – die letzten zwei Monate war ich zwar weg von Zuhause, jedoch fühlte es sich nicht so weit weg an. Nun geht es über den Atlantik – und das ist, naja weiss nicht genau – irgendwie ein seltsames Gefühl. Man fliegt weg ohne genau zu wissen wo man hingeht und wie lange.

Doch zunächst hiess es für mich noch unnötigen Balast loswerden. Nein, leider keine Kilos, die gehen nicht einfach mit der Post weg, sondern Bücher, Schneeschuhe, ein Elchgeweih und solche Dinge halt. 22.5 kg für EUR 44.50 ab nach Hause.

Um 9.34 Uhr haben wir die schützenden vier Wände verlassen und sind in unser gemeinsames Abenteuer gestartet. Nächstes Ziel: Island!

* Wir sind uns unserer privilegierten Situation sehr bewusst und bedanken uns bei allen – vor allem bei uns gegenseitig – dass wir dies machen dürfen.

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