Warum ich fremd ging!

Da bin ich also im hohen Norden, Sonnenschein, Natur, weit und breit keine Menschenseele – ich und Trotti-BrumBrum der rote Campervan.

Der glückliche Anfang

Alles ist neu und aufregend, die Schmetterlinge im Bauch sind auf Testoren, ich finde jedes Detail spannend und probiere es wieder und wieder aus. Wir können nicht genug kriegen von einander, sind abhängig voneinander. Ich benötige es um vorwärts zu kommen und ein Dach über dem Kopf zu haben er (sie? es?) benötigt mich ebenfalls um vorwärts zu kommen aber auch um zärtlich nach allen Schrauben zu schauen – wackeln sie ja nicht – ist genug Öl drinnen – ach herjie kein Scheibenwischwasser mehr, das geht ja gar nicht – nur das Beste ist gut genug (nee es war das günstigste an der Autotanke alles andere war zu – psst aber nicht verraten).

Die ersten Höhen und Tiefen

Du Miststück, jetzt fällt die ganze Box raus und alles verteilt sich in der Führerkabine, na danke, den ganzen Krimskrams muss ich wieder zusammensammeln. Die blöde Schranktüre muss aber auch immer quitschen während dem Fahren und beim letzten Bremsmanöver ist doch tatsächlich der halbe Schrankinhalt herausgepurtzelt und beim öffnen der Türe prompt in der Pfütze gelandet.

Dann sind da aber die wohlig, kuschlig warmen Nächte in denen man nicht mehr voneinander lassen kann (wie auch wenn es draussen -5° ist, da gefriert der Urin ja bevor er draussen ist und man verkneift es sich bis am Morgen). Die Abenteuer auf verschneiten und vereisten Strassen und die gemeinsame Freude wenn man oben angekommen ist – gefolgt von der Erleichterung wenn wir es wieder heil runter geschafft haben. Die gemeinsamen Ausblicke über die weiten Fjorde Norwegens, dass sich vermissen wenn man auf der Fjordfähre getrennt wird.

Das Tempo nimmt zu – eine erste Auszeit

Der Alltag kehrt langsam ein, man kennt die Schwächen des Anderen langsam – und hasst sich innerlich teilweise. 2000 km in nicht mal einer Woche, 6 Länder – puhh zu schnell. Dann die täglichen Herausforderungen, schmale Strassen, rauf und runter, wo essen, wo schlafen – die Überforderung steigt. Ich brauche eine Auszeit – ein Hotelzimmer muss her (schon wieder, herjie).

Wir finden uns wieder

Doch dann siegt die Vernunft, wir merken was wir beide voneinander haben, ich merke – ja Reisen kann auch stressig sein, vorallem am Anfang wenn alles Neu ist. Ausserdem dreht das Wetter, nach 6 Tagen strahlendem Sonnenschein, folgt jetzt Schnee, Wind und Regen.

Deshalb…..

Weil….

Also was tun? Eine Pause muss her und ein guter Unterschlupf für uns Beide. Internet an, AirBnB aufrufen, tausende Angebote durchpflügen (Filter auf maximal 30.- pro Nacht setzen) nur noch 15 Angebote durchforsten – und den absoluten Glückstreffer landen – yess Baby, that’s how we do it!

Ich lande bei Klara (aus Schweden) und Will (aus England) in Kvanndal (in Norwegen), einem jungen Paar, das vor einem Jahr ihre gutbezahlten Jobs verlassen haben um hier auf einer kleinen, alten Farm ein Mountainbikezentrum zu eröffnen. Da aber alles erst im Aufbau ist, vermieten sie ihre 4 Zimmer an Gäste. Ich bin der einzige Gast für die ersten 4 Nächte, in der 5ten Nacht (Freitag auf Samstag) ist das Haus voll. Die Beiden sind super nett, teilen alles, wirklich alles. Wir verbringen fantastische Stunden bei Wein und Essen miteinander und nebenbei helfe ich hier und da etwas mit.

Das AirBnB von ihnen kann hier gefunden werden: Solbakken Farm

Ihre Website befindet sich noch im Aufbau: Any Excuse To Ride

Und es hat sich wirklich gelohnt, ein festes Dach über dem Kopf zu haben, denn einen Tag nach meiner Ankunft hat es geschneit.

Verschneite Küste am Hardangerfjord
Schnee am Hardangerfjord
Einen verschneiten Baum an der Küste des Hardangarfjord
Verschneiter Baum

Einen weiteren Tag später lagen ein halber Meter Schnee und das Chaos auf den Strassen war perfekt – und ich genoss eine warme Stube und viel Zeit für mich.

4 Antworten auf „Warum ich fremd ging!“

  1. Lieber Janosch
    Danke für den Link mit dem Tracking. So ist man dir noch ein bisschen näher. Alles Gute und schöne Erlebnisse!
    Markus

    1. Hallo Markus

      Bitte gerne, sollte bald auch offiziell online gehen auf der Website, muss aber noch ein paar Anpassungen machen. Im Moment fühle ich mich noch etwas beobachtet, denn die Verzögerung beträgt nur wenige Minuten vom Transponder bis auf die Server. Das muss ich noch etwas vergrössern.

      Liebe Grüsse aus Trondheim
      Janosch

  2. Lieber Janosch
    Jetzt weiss ich endlich auch von diesem Blog 😉 Freue mich mehr von deinen / euren Erlebnissen zu lesen.
    Machs guet und pass auf dich auf!
    Anna-Lea

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