Vieux-Québec – Québec Teil 2

Vieux Québec wir kommen. Viel haben wir von Alt Québec gehört, schönste Stadt Kanadas, europäisches Flair, einfach eine Traumdestination. Es ist also heiss und feucht, da habe ich doch die schlaue Idee, eine Bed and Breakfast zu buchen bei dem es eine Klimaanlage im Zimmer hat. Schlaues Köpfchen gell. Aber es sollte anders kommen.

Kurz bevor wir nach Québec City kommen, realisiere ich, dass meine Hotelbuchungs-App auf US-Dollar eingestellt ist (warum auch immer, ich habe sie eigentlich extra auf kanadische Dollar eingestellt). Naja, das heisst, alles ist rund 25% teuerer als wir bisher gedacht haben und ein Blick auf meine Kreditkartenabrechnung offenbart, dass dies auch schon in Moncton und in Charlottetown so war. Verdammte Sch***** und so nochmals. Aber hey, die Klimaanlage ruft.

2 Uhr Nachts in einer Vorortsstrasse auf der Veranda

Wir kommen an in unserem B&B, gelgen in einem schönen Vorort in einem kleinen Haus. Rein ins Zimmer…… keine Klimaanlage, kein Deckenventilator und keine wirkliche Möglichkeit zu lüften. Draussen 30° C und 90 % Luftfeuchtigkeit, drinnen 3 Grad wärmer. Meine Stimmung, irgendwo am Arschvorbei in Neuseeland oder so. Kurzes Telefon mit dem Vermieter, uuuups, ja da sei jetzt halt ein Fehler passiert und die Onlinebeschreibung stimmt nicht. Alternativen? Eigentlich keine, Hochsaison und so. Also bleiben wir.

Ich kann nicht schlafen und so setze ich mich auf die Veranda und geniesse eine Nacht dort bis in die frühen Morgenstunden. Da laufen doch tatsächlich Menschen einfach so im Quartiert mitten in der Nacht rum. Tiere hat es auch. Die Polizei ist zweimal vorbeigefahren und den Mücken war es wohl auch zu heiss. Wenigsten hat das WiFi funktioniert und so habe ich alles mögliche und unmögliche online erledigt.

Irgendwann gabs dann auch noch 5 Minuten schlaf für mich. Was für ein Start hier….

Vieux-Québec – eine traumhafte Stadt

Es ist nicht kühler, aber immerhin Regnet es nicht, also fahren wir mit dem Bus rein in die Stadt. Alt Québec oder eben Vieux-Québec ist sehr klein und übersichtlich und wirklich eine absolut sehenswerte Stadt. Wir schlendern durch die historisch reich beschenkte Stadt und geniessen das europäische Flair und die vielen kleinen Läden und Cafees.

Foto von Quebec City mit seinen verwinkelten Gassen.
Verwinkelte Gassen

Zuoberst auf dem Hügel thront die Citadelle, eine befestigte Militäranlage die auch heute noch aktiv genutzt wird. Ich will hier nicht mit geschichtlichen Details die Zeit vertun, die Geschichte Québecs ist reichhaltig und nicht weniger dramatisch – was bei uns irgendwann dazu führt, dass wir die Andersartigkeit der Québecer besser zu verstehen beginnen.

Foto von Steinhäusern in Quebec City.
Steinhäuser

Auffalend sind die massiv gebauten Steinhäuser in europäischem Stil, dies ganz ungewohnt zu den sonst ehnder billiger gebauten Häusern hier in Kanada (abgesehen von den Blockhütten).

Historisch bedeutsam und wunderschön zu begehen ist der Governors Walk entlang der steil abfallenden Flanke von Quebec.

Foto des Governors Walk unterhalb der Zitadelle von Quebec.
Governors Walk

Dieser verbindet „The Plains of Abraham Park“ mit der „Dufferin Terasse“. Spektakuläre Aussicht garantiert.

Fot der Dufferin Terasse in Quebec City.
Dufferin Terasse

Über der ganzen Stadt thront das Château Frontenac (zu sehen im Bild oben), ein altehrwürdiges Hotel gebaut als Schloss. Unterhalb der Dufferin Terasse, also wirklich direkt darunter, unter den Holzplanken – befindet sich eine National Historic Site deren Besichtigung sich lohnt, gibt sie doch Einblick in die Gründungszeit der Stadt und deren Befestigungsanlagen.

Kontraste – wir kommen wieder, vielleicht.

Während uns die Stadt super gefällt, es aber viele Leute hat, heiss und feucht ist, der Orangensaft im B&B wohl in einer Premiumflasche serviert aber heimlich der billigste Ramsch dorthineingefüllt wird, die Dusche verschimmelt ist und die Bagels aus dem Holzofen um die Ecke unbeschreiblich gut sind, verlassen wir nach drei Tagen die Stadt mit gemischten Gefühlen.

Es lohnt sich definitiv diese Stadt zu besuchen, und sollten wir wieder in der Nähe sein, dann gehen wir definitiv wieder dorthin, nur halt in eine andere Unterkunft.

Anektode zum Schluss: Schlaues Köpfchen Janosch denkt sich so vor der zweiten Nacht, gehste mal einen Ventilator kaufen, dann wirds besser. Rein ins Auto, ab in den Walmart – alles ausverkauft, ab in den nächsten Walmart – alles ausverkauft, ab in den Canadian Tire – alles ausverkauft. Ich treibe einen kleinen USB Ventilator auf, nehme unseren USB Akku, kaufe Eiswürfel und ein kühles Bier….. das Ergebnis gibts auf Instagram (einfach auf den Instagram-Button klicken).

4 Antworten auf „Vieux-Québec – Québec Teil 2“

  1. Danke für euren spannenden, bunten Bericht 🙂
    Gibts denn auf Instagram noch mehr zu sehen? Habe ich halt leider nicht.
    Übrigens: Hier war es auch sehr heiss, vor allem wochenlang, und viel zu trocken. Zum Teil musste das Vieh auf den Alpen mit Wasserzufuhr von Helikoptern getränkt werden. In der Ostschweiz und auch in LI wird es empfindliche Ernteausfälle geben. Das Klima spielt eben verrückt ☹️
    Und weiterhin: Viel Glück bei eurer Reise!
    Markus

    1. Du kannst die Bilder auf Instagram auch ohne die App anschauen. Ich habe dir hier mal die Links parat gemacht.

      Instagram von Christina.

      Instagram von mir

      Instagram von Trotti BrumBrum

      Ja das Wetter dieses Jahr ist sehr speziell. Während wir beim Reisen bisher enorm davon provitiert haben, in meinen fast 5 Monaten hatte ich vorwiegend schönes Wetter, ist es natürlich für die Direktbetroffenen eine Katastrophe. Dies kriege ich so nach und nach mit da ich in meinem Umfweld ja Landwirte habe und auch die Gartenkooperative massiv davon betroffen ist. Das Ganze macht schon sehr nachdenklich…..

      Viele liebe Grüsse aus Kanada
      Janosch & Christina

  2. Das war Mal wieder einer jener Berichte bei dem ich lese, Bilder in meinem Kopf entstehen und dann mitten drin bin. Es wird mir warm ich spüre die Luftfeuchtigkeit, möchte gleich losfahren und schauen ob bei uns die Ventilatoren auch ausverkauft sind. Ich rieche die Bagels und freue mich ebenfalls über ein kühles Getränk. Danke, dass ich auf diese Weise von Zeit zu Zeit an eurer Reise teilnehmen kann. Bin schon gespannt, wohin ihr mich das nächste Mal „entführt“. Liebe Grüße aus Balzers

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