Ottawa – Die Hauptstadt Kanadas

Nochmals eine 4 in Geografie. Vancouver hätte Sinn gemacht, auch Montréal. Aber Ottawa? Wirklich? Das ist die Hauptstadt?

Mit gefällt die Hauptstadt von Kanada!

Die Idee

Wir hatten uns mal in den Kopf gesetzt, hey, während wir auf unseren Camper warten, können wir ja die Ostküste etwas bereisen. Grosse Städte wie Toronto, Montréal und Québec warten. Wir haben einerseits die Distanzen unterschätzt und andererseits die Reisemöglichkeiten, also die An- und Abreise zu den Städten. Wir haben uns deshalb entschieden, „nur“ Toronto (inkl. Niagara Falls), Ottawa und Montréal zu besuchen. Toronto haben wir ja bereits – also ab nach Ottawa.

Anreise

Die Stadt befindet sich im Osten der Provinz Ontario am Fluss Ottawa und grenzt an die Provinz Québec. Der Fluss Ottawa bildet dabei die Grenze und ist zugleich auch die Trennung zwischen den beiden Zwillingsstädten Ottawa und Gatineau. Wie kommen wir also dorthin? Flugverbindung gäbe es, aber nee, zu umständlich und auch nicht umweltfreundlich. Zugverbindung? Gibt es, aber nur mit VIA Rail und sehr teuer. Yipiii bleibt die Busverbindung. Zuerst also mit Megabus von Niagara Falls nach Toronto (soll laut Internet schneller sein als die Bus/Zug Kombi von GO die wir auf der Anreise hatten). Nope! Theoretisch ist es ja schneller – praktisch herrscht Verkehr. Viel Verkehr. Wir haben 70 Minuten Umsteigezeit in Toronto – genug um einen Happen zu Essen. Am Ende waren noch 25 Minuten übrig – der Rest wurde vom Verkehr verschlungen. Essen? Nope keine Zeit. Kurz ein paar Chips kaufen und los geht die 7 stündige Busfahrt mit Greyhound von Toronto nach Ottawa.

Im Nachhinein fand ich die zweinhalb Stunden mit Megabus ungemütlicher als die sieben Stunden mit Greyhound. Vielleicht lag es auch an den 15 Minuten Pause dazwischen in denen wir uns den Bauch mit vor Ort gekauften Sandwichs füllten – wer weiss das schon.

Ottawa

Googelt man Ottawa so liest man oft den Spruch – Das Beste in Ottawa ist der Bus nach Montréal – oder ähnliche Abwandlungen. Das kann ich nicht unterschreiben. Vielleicht liegt es daran, dass ich kleinere Städte mehr mag? Ottawa ist klein und überschaubar – bietet aber viel Abwechslung und Kulinarik.

Einquartiert sind wir in einem AirBnB – wir wollten ja ehnder die klasische Sharing Economy und weniger das Business unterstützen. Gelandet sind wir – wir wissen es nicht so genau. Gelebt haben einige Personen dort aber interagiert hat niemand so wirklich mit uns (lag es an den fehlenden Spanischkenntnissen? Oder war es Portugiesisch?). Sauber war es, gut gelegen auch und günstig. Aber irgendwie auch komisch das Ganze.

Die wirklichen Sehenswürdigkeiten sind überschaubar. Da wäre der Parliament Hill mit seinen neugotischen Gebäuden in denen die Regierung von Kanada untergebracht ist, der Rideau Kanal mit seinen alten Schleusen, der ByWard Market und die Kathedralbasilika Notre Dame – das wären dann wohl auch schon die wichtigsten. Wir haben natürlich alle besucht – was wären wir auch für Touristen, würden wir nicht die wichtigen Sehenswürdigkeiten besichtigen. Vielleicht gibt es auch noch mehr Sehenswürdigkeiten, die obengenannten sind Diejenigen die wir besucht haben und somit habe ich sie kurzerhand zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten erklärt.

Rideau Kanal

Im Winter mit knapp 8 Kilometern die längste Eisbahn der Welt, im Sommer ein gemütliches Flüsschen für Bötlifahrer und Touristen. Sieht trotzdem nett aus.

Foto einer alten Schleuse des Rideau Kanals in Ottawa.
Alte Schleuse des Rideau Kanals

Rund um die Schleusen laden grüne Wiesen zum verweilen und Picknicken ein. Nachts verwandelt sich das ganze in ein schönes Lichterkunstwerk.

Nachtaufnahme der Rideau Kanala Schleussen in Ottawa
Rideau Kanal Schleusen in Ottawa

Byward Market

Sweet Jesus, coldbrewed IcedTea, Beavertails, Käsespezialitäten, lokale Früchte und Gemüse, Pizza, Kebap, Poutine (wähh), Gyros, indische Spezialitäten, und und und und. Hunger? Nicht nach einem Besuch des Byward Markets.

Gregorie

Kurze Anektote (hoffentlich ist niemand gestorben ;-)) zwischendurch. Ankunft in einer neuen Stad? Als Erstes einkaufen gehen im nächstgelegenen Supermarkt – so oder so Ähnlich handhaben wir das. So auch in Ottawa. Also los, runter die Strasse, rein in den Supermarkt, Regale durchstöbern, Regale leeren, Regale wieder füllen weil zu wenig Geld um alles zu bezahlen, und zur Kasse und bezahlen. Soweit, so normal. Doch hier steht Gregorie an der Kasse, ein dunkelhäutiger Kanadier mit einem breiten Grinsen im Gesicht und einer überschwänglichen Freundlichkeit wie wir sie noch nie erlebt haben. Mit grosser Freude scannt er unsere Ware, plaudert mit uns, freut sich mit uns, das wir hier sind, das wir die Stadt besuchen, gibt uns Tipps und das alles mit einer Freude die unbeschreiblich ist. Ach wie schön ist Kanada!

Wir kaufen noch viermal bei Grogorie ein während wir in Ottawa sind.

Parliament Hill

Donald Trump sagt ja immer er sei der Beste, der Grösste, habe das Beste und das Grösste… Hey sorry Donald, Justin hat einen grösseren Palast als du – und ich weiss von was ich spreche, habe nämlich schon Beides gesehen – du warst ja mit Twittern beschäftigt und Beleidigen und so und bist früher abgereist nach Singapur. (Mal sehen ob ich in ein paar Monaten noch in die USA einreisen darf).

Zurück zum Thema: Das Titelbild zeigt das Regierungsgebäude von Kanada mit der Parlamentsbibliothek. Ein eindrückliches Gebäude im neugotischen Stil. Man kann es gratis mit einer Führung besuchen. Jep machen wir, und zwar wie folgt:

Französische Tour buchen (weil wir zu spät dran sind und am nächsten Tag abreisen und alle anderen Touren schon ausgebucht sind). Schlange stehen und warten, Sicherheitskontrolle eins, Sicherheitskontrolle zwei mit Röntgen und so (ich wurde gefragt ob ich zu Besuch bin oder Arbeite – meine Antwort war zu Besuch worauf sie mir mein Stativ abnahmen – ich werde nie erfahren was sie gemacht hätten, hätte ich Arbeiten geantwortet). Wieder schlangestehen und warten. Der Tourguidin zuhören wie sie französisch spricht, einen Stock hoch gehen, durch einen schönen Gang schreiten, wieder französisch zuhören, rein in die Bibliothek, staunen, raus aus der Bibliothek und wieder französisch zuhören, zurück durch den schönen Gang – und das wars. Eine Stunde rum – dibum. Später erfahren wir, das Umbauarbeiten im Gange sind und deshalb die Tour abgekürzt wird – hat sie wohl gesagt aber auf französisch und wir so – nix französisch.

Notre Dame

Von aussen eigentlich noch unscheinbar, von innen aber doch sehenswert. Ich war sehr überrascht.

 

Bild des Mittelschiffs der Kathedrale Notre Dame in Ottawa.
Mittelschiff der Notre Dame in Ottawa

1841 erbaut und um 1990 umfangreich renoviert, erstrahlt sie in prächtigen Farben und in den vielen Details könnte man sich lange verlieren.

Bild des Altars und der umgebenden Kunstwerke in der Notre Dame in Ottawa.
Altar der Basilika Notre Dame in Ottawa

Betreibt man etwas Nackenyoga, so offenbart sich einem ein Deckengewölbe in strahlendem Blau.

Foto des reichlich geschmückten Dachgewölbes der Notre Dame in Ottawa.
Dachgewölbe der Notre Dame in Ottawa

Und mit diesen vielen Sehenswürdigkeiten vergehen die 4 Tage wie im Flug und der Transfer nach Montréal steht an. Die voraussichtlich letzte Greyhoundfahrt für eine Weile. Aber dazu in einem nächsten Beitrag dann mehr.

 

 

5 Antworten auf „Ottawa – Die Hauptstadt Kanadas“

  1. Auch ich vermisse den trottibrumbrum, denn die Garage ist jetzt fast leer und bereit für die nächsten Arbeitseinsätze. Weiterhin alles Gute. Gruß aus Balzers.

  2. Tja, was soll man da sagen? Jedenfalls bin ich euch dankbar für die vielen Infos über eine Gegend, in die ich nie hinkäme. Hoffentlich kommt ihr unversehrt zu eurem unversehrten Trotti. Dann gehts erst richtig los, nicht wahr?
    Liebe Grüsse Markus / Baabi

    1. Allerdings, wir freuen uns schon sehr auf das Trotti, und freuen uns auch mal etwas anderes als Städte zu sehen. Wir sind gespannt 🙂

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