Ontario – Ciao Wald!

Langsam aber sicher haben wir den Borealen-Wald gesehen, die Seen zum Baden laden zwar noch ein, aber der Blick an den Horizont und darüber hinaus fehlt uns doch. Dann geht es aber doch schneller alls mir lieb ist und in der Garage landen wir auch noch – nicht bevor wir aber vom Rauch aus den weit entfernten Waldbränden zugedeckt werden. Viel los während unseren letzten Tagen in Ontario.

Nach unserer schönen Zeit im Pukaskwa Nationalpark wollen wir irgendwann weiter und brechen auf in Richtung Westen – was bleibt uns auch anderes übrig, nach Norden führen fast keine Strassen und im Süden hat es ein Meer aka Lake Superior. Wir kommen nicht weit da sehen wir das Schild Sleeping Giant Provincial Park – Moment da war doch was.

Sleeping Giant Provincial Park

Wir kramen unsere CAA Kanada Strassenkarte hervor auf der wir all unsere Bekanntschaften ihre Lieblingsorte einzeichnen lassen, und siehe da, um diesen Provincial Park hat es einen grünen Kreis – da müssen wir also hin. Christina fährt, und fährt, und fährt, und fährt. Ich frage mich langsam ob wir die Abzweigung verpasst haben, dann ein Schild Parkeingang – ok so falsch können wir nicht sein. Und wo ist jetzt der Campingplatz? Christina fährt, und fährt, und fährt, und fährt. Nach 20 Kilomter ein Schild, Christina biegt links ab und da stehen wir am Eingang. Wir sind uns jetzt aber noch nicht so sicher was es hier gibt ausser Wald? Wir suchen uns ein schönes Übernachtungsplätzchen und nebenbei fragen wir mal so unverblümt woher den der Name des Provincial Parks stammt?

Milchstrasse über der Felsformation Sleeping Giant.
Sleeping Giant – und er schläft tief und fest.

Wir erfahren, das am Ende dieser Halbinsel Silbervorkommen in der Erde liegen (davon zeugt auch eine Mine). Der Legende (es gibt meherer Versionen) nach soll sich ein Hüter der Schätze der damligen einheimischen Ojibwa schützend über die Silbervorkommen gelegt haben um sie vor dem Zugriff der Europäer zu schützen. Und noch heute liegt er da in der Bucht vor Thunderbay, seine Silhoutte gut sichtbar am Horizont.

Menschliche Silhoutte vor der Milchstrasse über dem Sleeping Giant.
Meteoritenshow

Wir geniessen die Aussicht auf die Sterne und die letzten Stunden des Poseidon Meteoritenshowers der fantastische Feuerzüge an den Himmel zaubert. Ein wahrlich beeindruckendes Schauspiel vor noch eindrücklicher Kulisse – danke Andrew und Mary (ich glaube der Tipp kam von euch….).

Thunderbay

Wir stinken – nicht weil wir nicht geduscht haben, sondern weil wir keine frischen Kleider mehr haben. Wir fahren also nach Thunder Bay, mieten ein Zimmer in einem kleinen Hotel und machen uns an die Arbeit. Während Christina rund drei Stunden Wäsche wäscht und trocknet – also Herrscherin über dutzende grosse Industriewaschmaschinen und Tumbler ist – kümmere ich mich um Trotti-BrumBrum. Ausführlich wird es mit Wasser, Seife und sonsterlei Chemikalien liebkost um dann einer gründlichen und ausführlichen Vakuummassaga aka Staubsaugen unterzogen zu werden. Müde fallen wir am Abend ins Bett und gönnen uns ein Subwaysandwich – ach wie herrlich doch zwei riesige Betten sein können – für jeden ein Eigenes.

Quetico Provincial Park

Von Thunder Bay aus geht es weiter nach Westen, wir nehmen aber eine etwas südlichere Route um nicht auf dem Trans Canada Highway fahren zu müssen – eine gute Entscheidung. Wir landen im Kanuparadies von Ontario. Der Quetico Provincial Park ist ein ausgezeichnetes Gebiet für backcountry Kanouisten. Sechs Zugäng, hunderte von primitive Campgrounds und sonst nichts als Natur, Seen und Wälder. Traumhaft – uns fehlt leider die Ausrüstung und Zeit. Wir bleiben aber auf dem frontcountry Campground für zwei Nächte. Obwohl es Trailer auf dem Campingplatz hat sind wir praktisch alleine. Wir geniessen die gespenstische Ruhe.

Campingplatz mit Camervan im Wald
Unser ruhiges Fleckchen Natur

Während Christina Reisejournal schreibt und viel Ukulele spielt erkunde ich zu Fuss die umliegende Natur und bin meherer Stunden auf verschiedenen Trails fast alleine unterwegs. Wunderschön. Wir bevorzugen die Natur einfach vor den Städten. Kaum spielt Christina auf ihrer Ukulele tauchen auch schon die Tiere auf. Ich warte bewaffnet um sie zu schiessen. Was für schöne Treffer.

Aber schon wieder kommen wir nicht vom Fleck und es sind noch mehrer tausend Kilometer bis in den Westen. Also los. Weiter gehts.

Canadian Tire

Leider hatten die Mechaniker in Norwegen nicht recht und unsere Reifen nutzen sich schon wieder unregelmässig ab. Zeit die Lenkgeometrie zu prüfen. Wir fahren nach Fort Frances, kommen dort aber erst am Abend an und logischerweise hat es dann keinen Termin mehr. Aber wir sollen morgen wieder kommen, dann erhalten wir sicher einen Termin. Schlau wie wir sind, denken wir ok, wenn wir hier einen Termin kriegen, dann auch im 200 Kilometer entfernten Kenora – wir sollten uns irren – und so fahren wir an diesem Abend noch weiter. Nach einer ruhigen Nacht, es ist Freitag, fahren wir nach Kenora. Was wir nicht wussten, Kenora ist ein riechtiges Touristenzentrum und hier Stäpt der Bär, also zumindest könnte man das meinen bei diesen vielen Leuten. Logischerweise hat es natürlich erst am Montag einen Termin. Viele kleinere Garagen haben erst Ende nächster Woche einen Termin. Verdammt nochmal – voll daneben gegriffen. Ja dann bleiben wir halt – unsere Reifen sehen nicht mehr so toll aus und ich will das jetzt klären. Wir quartieren uns im nahegelegenen Rushing River Provincial Park ein. Könnte ja schlimmer sein – ja es war schlimmer.

Nicht nur war dieser der bisher teuerste Provincial Park, nein das Wasser ging aus, d.h. kein Trinkwasser (gut das wir 32 Liter an Bord haben), keine Duschen, keine Toiletten. Ach und dann noch die ganzen Jugendlichen die das ganze Wochenende Party machen. Und noch was ist komisch, das ganze Wochenende ist der Himmel so komisch bedeckt und die Sonne ist nur als schal-braune Silhoutte erkennbar. Erst später erfahren wir, es ist der Rauch von den Waldbränden an der viele tausend Kilometer entfernten Westküste.

Nach einem nicht so schönen Wochenende fahren wir in die Werkstatt am Montag, die Lenkgeometrie wird eingestellt und weiter geht es. Endlich raus aus Ontario. Plötzlich ist der Wald weg und dabei habe ich mich gar nicht verabschiedet von den Seen und Wäldern. Dazu aber später mehr.

On the Road in Ontario

Ein Experiment!

4 Antworten auf „Ontario – Ciao Wald!“

  1. Wunderbare und lohnenswerte Ruheplätzchen in der Natur! Und gute Jägerarbeit! Voll getroffen! Ich bin fast überzeugt, dass die Ukulele in Christinas Hand magische Kräfte besitzt 🙂

    Zum ‚Raser‘-Experiment: Ich glaube, ich hätte mehr von der Fahrt in normalem Tempo, habe aber kein Programm, mit dem ich es ausprobieren könnte.

    Und immer tapfer weiter so!
    Liebe Grüsse
    Markus

    1. Tja scheint so, ein Stinktier hat sie auch schon angelockt, zum Glück in friedlicher Mission.

      Wir können gerne mal eine Fahrt in „normalem“ Tempo aufnehmen, dann braucht es aber viel, viel Zeit zum schauen :-D.

      Liebe Grüsse
      Janosch & Christina

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