Kalifornien – Salton Sea

Wir fahren ans Ende der Welt, ein Stückchen drüber hinaus und landen bei Gott!

Salton Sea

Salton Sea ist der grösste See Kaliforniens – und doch gehen nur wenige dort hin. Warum? Ich erzähls euch.

Als wir bei Phil waren, erzählte mir sein Mitbewohner vom Salton Sea, von Geisterstädten, vom Tod, Jesus, Gott und einer riesigen Trailersiedlung. Meine Neugier war geweckt. Und so sind Christina und ich aufgebrochen um uns das mal genauer anzuschauen.

tDer Salton Sea hat keinen Abfluss, über tausende von Jahren war er vom Regenwasser und einem Zweig des Colorado Rivers abhängig. Dadurch dass er keinen Abfluss hatte, wuchs und schrumpfte er in einem Zyklus von rund 400 bis 500 Jahren. Dieser Zyklus veränderte auch den Salzgehalt und damit Flora und Fauna rund um den See. Die Indianer wussten dies und lebten damit über viele Jahrhunderte gut. Dann kam der weisse Mann. Man kanalisierte den Colorado River und wollte mit seinem Wasser die Gegend für die Landwirtschaft atraktiv machen. Blöderweise brach dann aber Anfang des 20. Jahrhunderts ein Dam und rund 2 Jahre lang floss der Colorado River fast vollständig in dieses riesige Seebecken. Die Landwirtschaft freute es und Mitte des 20. Jahrhunderts florierten die Beach Ressorts am See und die Prominenz gab sich die Klinke in die Hand. Was niemand beachtete, der See hat keinen natürlichen Zu- und Abfluss. So verdunstete Jahr für Jahr mehr Wasser und damit stieg der Salzgehalt, mit dem steigenden Salzgehalt kamen die Fische nicht mehr klar und starben zu Millionen – und dann war da noch die Landwirtschaft, die ihr Abwasser inkl. Dünger und Pestiziden in den See lenkten. So schnell die Promis kamen, so schnell waren sie auch wieder weg.

Im Jahr 2018 eröffnet dies neue Möglichkeiten für ein Abenteuer. Wir fahren nach Bombay Beach.

Werbetafel aus den 50er Jahren für das Bombay Beach Ressort.
Bombay Beach Ressort

Sieht ja schon einmal sehr vielversprechend aus. Wasserskifahren wollten wir schon immer einmal. Auf gehts.

Werbeplakat aus den 50er Jahren für das Bombay Beach Ressort.
Unter Palmen.

Am weissen Strand liegen unter Palmen? Ich bin dabei! Wir fahren also zum weissen Strand. Steigen aus und machen uns auf den Weg zum Wasser. Unter unseren Füssen knirscht der Sand und wir fühlen die Urlaubsstimmung – aber Moment, irgendwas stimmt mit dem Sand nicht.

Nahaufnahme der Fischknochen am Salton Sea.
Weisser Sand?

Mal etwas genauer hinsehen!

Nicht wirklich Sand. Fischknochen. Tausende, ja millionen von Fischknochen überall, so weit das Auge reicht. Mich packt ein Gefühl von Abenteuerlust – und Ekel! Wir erkunden den Strand.

Hmm, auch die Hafeninfrastruktur ist nicht mehr ganz das, was sie mal war.

Ich bin fasziniert und kann mich fast nicht mehr lösen. Immer mehr entdecke ich. Immer neue alte Dinge entdecke ich. Wie sich die Natur schnell wieder alles zurück holt was der Mensch dagelassen hat!

In der Ortschaft Bombay Beach selber haben sich mittlerweile wieder ein paar Menschen niedergelassen, hauptsächlich Künstler und Gesellschaftsaussteiger.

Alter Dünenbuggy in Bombay Beach
Bombay Beach

Wir haben aber noch nicht genug gesehen. Nächstes Ziel: Slab City.

Slab City

Slab City ist eine riesige Trailersiedlung in der Künstler, Aussteiger, Reisende, Suchende, und viele Andere leben. Der Ort ist nicht beschreibbar sondern nur erlebbar. Wir machen uns auf den Weg zum Salvation Mountain. Salvation Mountain ist ein monumentales Kunstwerk, erstellt vom Künstler Leonard Knight mit der einzigen, aber universellen Botschaft: God is Love!

Salvation Mountain Schild
Begrüssung in Slab City

Irgendwie überwältigend, irgendwie verstörend aber absolut faszinierend. Ich bin sehr gerne hier.

Eigentlich wollten wir noch die Mudpods anschauen gehen, denn zu alledem was ich hier gezeigt habe, liegt die Region noch auf dem San Andreas Graben und ist seismisch aktiv, Magma ist nur etwas mehr als ein Kilometer unter der Erdoberfläche hier. Und so kommt es, dass es in der Nähe neben geothermischen Kraftwerken auch stinkende und blubernde Mudpods hat. Wir haben aber so viel Zeit in Bombay Beach und Slab City verbracht, dass dafür die Zeit nicht mehr reicht.

Müde, glücklich und reich an neuen Eindrücken fallen wir am Abend ins Bett und schlafen gemütlich ein.

Reisezeitraum:16. und 17. Dezember 2018

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