Bergen in Norwegen

Da bin ich also, mein erstes Mal in Norwegen. Viel habe ich ja gehört über Norwegen – und schon lange wollte ich hier her.

Bergen

Die zweitgrösste Stadt Norwegens liegt mit ihren rund 280’000 Einwohner an der Westküste von Norwegen, ungefähr auf der gleichen Höhe wie Stockholm und Helsinki.

Geografische Lage

Was macht Bergen so speziell? Es ist seine Lage an der Westküste nämlich dort, wo die Nordsee in das Europäische Nordmeer übergeht und hier beginnt der Einfluss des Golfstroms zu wirken. Als ich nämlich viel weiter südlich in Hirtshals mir den Arsch abgefrohren habe zuschaute wie sich andere den Arsch abfrohren, war es in Bergen etwa genau gleich kalt – man bedenke aber, Bergen liegt rund 300 Kilometer weiter nördlich.

Aufgrund des milden Klimas gedeiht hier Obst wie Erdbeeren, Kirschen oder auch Äpfel. Jetzt leider noch nicht – aber wer weiss wie es in einem Monat aussieht.

Bergen gilt als Tor zu den Fjorden und tatsächlich liegen viele der bekannten Orte im Umkreis von 200 km um Bergen. Bergen selber ist von sieben Hügeln umgeben die es vorallem gegen Ost hin abschirmen. Die bekanntesten Erhebungen sind der Floyen und der Ulriken, beide von der Stadt aus gut erreichbar und mit einer Seilbahn bzw. Standseilbahn erschlossen.

Ich wollte aber nicht auf die Berge sondern ein paar Dinge erledigen. Bart schneiden, Blog schreiben, Trekkingschuhe kaufen, neue Socken kaufen. Aber ich musste ja auch noch die Nacht hier verbringen – hmm wo also schlafen. Ja da war sie das erste Mal, die Überforderung. Weit und breit keine Möglichkeit den Camper abzustellen und darin zu schlafen (entweder zu weit weg oder zu teuer – wer will schon für 30 Franken neben einem Stadion schlafen? Schrieb er nicht sich der Dekadenz der Aussage bewusst.). Was mach ich also? Rein ins Hotel – ein Hotel mit wenigstens cooler Aussicht.

Blick durch ein Fenster über die Dächer von Bergen in Norwegen.
Aussicht über die Dächer von Bergen

Sehenswürdigkeiten

Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist Bryggen (oder früher Tyske Bryggen) was Norwegisch für Kai bzw. Deutscher Kai ist. Dies deshalb, da es sich um die alte Handelseinrichtung der Hansen handelt. Bereits im 11. Jahrhundert war hier einer der wichtigsten Handelsumschlagsplätze für getrockneten Fisch aus dem Norden und Getreide aus dem Ostseeraum. 1343 errichtete die Hanse hier ihre erste Handelsniederlassung untergeordnet der Hansestadt Lübeck. Es galt das Hanserecht hier. Mittlerweile zählt es zum UNESCO Weltkulturerbe.

Blick auf die Bryggen in Bergen
Bryygen in Bergen

Und wo lag mein Hotel? Jawohl, genau hier!

Es gibt noch dutzende andere Sehenswürdigkeiten wie das Bergen Museum, Gamle Bergen (Freilichtmuseum), Hanseatisches Museum, Troldhaugen, Lepramuseum, Domkirche St. Olav oder auch die Marienkirche.

Soviele Sehenswürdigkeiten, da hatte ich keine Zeit für, den es war schon früher Abend und ich hatte noch einige Dinge zu erledigen – wobei, die kann ich ja auch Morgen machen.

In der Stadt herumkommen

Der Stadtkern ist nicht so gross, man kann gut alles zu Fuss erreichen und die Umgebung ist gut mit ÖV erschlossen. Ich habe mich also auf den Weg gemacht, etwas in der Stadt zu schlendern. Dabei habe ich mit einem Auge darauf geschielt, wo ich am nächsten Tag meinen Bart schneiden werde und Einkaufen werde. Nach rund 2 Stznden herumschlendern (alle wichtigen Ecken waren abgelaufen), habe ich mir eine Pizza geschnappt – ein Restaurantbesuch vermag man in Bergen nicht, geschweige denn frischen Fisch am Fischmarkt (zum Glück esse ich kein Fisch) – und bin ins Hotel.

Der Tag danach – Abreise

Da ist er also, der Donnerstag. Gemütliches Frühstück von mässiger Qualität (wo ist nur mein frisch gemahlener, über dem Gaskocher in der Bialetti zubereitet Kaffe?) und raus gings – der Bart braucht etwas pflege. Ich also los, so rein ins Getümmel – aber Moment etwas stimmt nicht, kein Getümmel, ich bin fast alleine. Ein Blick auf die Uhr? 11.00 Uhr! Echt jetzt?

Da dämmerte es mir, hatte nicht der Mensch an der Rezeption gestern was gesagt, das Frühstück sei erst später weil Feiertag und so? Scheisse, zuhören solltest du Janosch. Ja prompt – Gründonnerstag. Und noch viel besser, in Norwegen beginnt Ostern mit und am Gründonnerstag und geht bis und mit Ostermontag. Haha, 5 Tage alle Schotten dicht – na super und ich habe nichts aber gar nichts eingekauft. Macht dann 5 Tage überteuerte Frischprodukte und Gemüse von der Tankstelle und das im sonst schon teuren Norwegen.

Nur noch raus aus Bergen, ich brauch etwas Natur und Ruhe. Aber nicht den Mut verlieren – eigentlich ist ja Bergen eine wirklich wunderschöne Stadt und ich kann ein Besuch nur wärmstens empfehlen – vielleicht einfach ein bisschen besser organisiert als ich – reduziert den Stressfaktor enorm. Dann kann man sich auch besser auf die überraschenden Dinge in Bergen konzentrieren, wie diese Baustelle.

Bunt bemaltes Haus in Bergen.
Bemalte Baustelle – oder so.

 

4 Antworten auf „Bergen in Norwegen“

  1. Lieber Janosch,
    Herzlichen Dank für deine ausführlichen Berichte. Ich glaube, es macht keinen Sinn, alles zu kommentieren. Höchstens soviel: Improvisieren hat auch seine schönen Seiten, wie du siehst. Und: den Bart könnte man zur Not auch selbst stutzen (weiss ich nur zu gut, kch kch). Aber lass dich nicht unterkriegen. Ich wünsche dir noch viel Abenteuer und herrliche Erlebnisse. Meinst du, du würdest das Polarlicht zu sehen bekommen?
    Liebe Grüsse Markus

    1. Hallo Markus
      kommentiere so wie es dir Spass macht :-D. Ich freue mich jedenfalls über Kommentare.

      Hmm ja die Polarlichter, aktuell bin ich zuweit südlich um sie zu sehen. Ich glaube nicht das es noch klappt, eigentlich wollte ich ja…. aber dazu schreibe ich dann noch was :-D.

      Liebe Grüsse
      Janosch

      P.S. der Bart ist immer noch drann, aber ja, selberschneiden geht natürlich auch 😉

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